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Artikel in der WAZ am 21.06.2008

 

 

Doris Fock verabschiedet sich nach 19 Jahren als Rektorin von der Marie-Reinders-Realschule

Disziplin und Nestwärme für die Blagen

Von Thomas Kampmann

Hörde. „Willst Du, bitte, nun mal andere Leute ganz diskret befragen, was sie über mich und meine Meinung sagen und was ich für sie bedeute." Schon Joachim Ringelnatz hat es anderen überlassen, das Original zu beschreiben. Auch Doris Fock war immer klug genug, nie Lobreden zur eigenen Person zu halten. Das übernahmen zum Abschied der Rektorin der Marie-Reinders- Realschule andere.

Ein schwieriges Unterfangen, denn diese Frau ist schwer zu fassen: Doris Fock trägt das lange Haar stets streng zu einem Zopf zusammen gebunden, ihre Kleidung sitzt so akurat wie eine Uniform. So wirkt die 64-Jährige wie das originale Abbild einer Schulleiterin aus dem 20. Jahrhundert; wie die gute Kopie der legendären Marie-Reinders (1867-1911), dieser Pionierin auf

Sind sie sich nicht ähnlich, Doris Fock und Marie Reinders (Bild hinten)? Zwei Pionierinnen aus Dortmund

 

dem Weg zu Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen in der Mittelschule. Der Schein trügt, das Sein ist anders. Manfred Wemhöner, Sprecher der Hörder Schuldirektoren, hat in der Kollegin eine Frau entdeckt, die ihrem Nachfolger große Spuren hinterlässt. Wemhöner lobte ihre Arbeit als vorzüglich. Sie habe das Schulleben in Hörde geprägt und das Schulprofil der Reinders-Realschule ganz neu gezeichnet.

Was er verschwieg: Die Marie-Reinders-Realschule ist Vorzeigeschule in Dortmund. Mit Durchsetzungskraft, Diplomatie und politischem Kalkül hat Doris Fock dies erreicht. Neben der ausgeruhten Managerin gab es aber auch die funkelnde Pädagogin, die mit gebotener Strenge Lerndisziplin und gute Leistung von ihren Schülern verlangte, ohne die „Nestwärme für die Blagen" zu vergessen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Klaudia Bushi aus der 6c plauderte launig-liebevoll vom guten Unterricht der Doris Fock. „Salut, Madame  Goodbye".

Bei Doris Fock gab es viel zu lachen

 

Und dann ergriff sie doch das Wort: Doris Fock hielt augenzwinkernd Rückschau auf die Marie, die Inbesitznahme der Hochofenstraße 38 und ihren Schulalltag in 19 Jahren. Wie gingen die Kollegen mit der Fockschen Umtriebigkeit um? Erfolgreich! Wie hatte sich der gute Lehrkörper zu verhalten? Sparsam im Ausdruck und korrekt untergeben!

 

Durch Wünsche an die Schulband wie „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock outete sich  Doris Fock als Jazz-Fan.

 

DAS ZITAT

„Mein Mann und ich sind uns auf einer Kaufhaustreppe entgegen gefallen. Als ich später hörte, dass er Fock heißt, war ich entsetzt."

Doris Fock im Anschluss an die pointierte, literarische Abhandlung ihrer Kollegin Angelika Höntsch über Flaggschiffe und Fock-Segel.

 

„Die Focksche Vision von Schule war stets eine andere. Das gesteht
die 64-Jährige selbst ein. Jörg Skubinn (Johann Gutenberg) wird Nachfolger.

(Bilder: Anja Cord)

 

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