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Schüler helfen Senioren im Alltag |

HÖRDE Wie viele Branchen müssen auch die
Arbeitgeber in Pflegeberufen um Nachwuchs werben. Die Marie-Reinders-Realschule,
das Seniorenbüro und die Demezberatung "Lebenswert" versuchen mit Von Peter
Bandermann einem Projekt, das Interesse von Schülern für Pflegeberufe zu wecken.
RN-Fotos:
Klinke
Mit der Marie-Reinders-Realschule, dem
Seniorenbüro und der Demenzberatung „Lebenswert“ kooperieren in Hörde drei
Institutionen, die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in den Beruf zur Seite
stehen und weitere Effekte erzielen. Sie wollen das Interesse an Pflegeberufen
wecken, den Dialog zwischen Jungen und Alten fördern; zudem sollen Jugendliche
für das Ehrenamt begeistert und ihre sozialen Kompetenzen gefestigt werden.
Mit der 30 Stunden dauernden Ausbildung zu Seniorenbegleitern sollen die 15- und
16-jährigen Jungen und Mädchen Verantwortung übernehmen – bei der Berufswahl und
für die Gesellschaft.
15 Schüler des Abschlussjahrgangs im Projekt
15 Schüler aus Abschlussjahrgang im
Projekt Die Realschule an der Hochofenstraße Phönix-Quartier hat Platz für 15
Schüler aus dem aktuellen Abschlussjahrgang in dem Projekt – und damit ein
kleines Problem. „Die Nachfrage in der Schule ist groß. Jetzt meckern schon die
Neuntklässler“, sagt Schulleiter Jörg Skubinn über den Druck von unten.
Im Frühjahr nimmt die Kommunikationstrainerin und Demenzberaterin Ulrike
Klepczynski nach Abschluss des ersten Senioren-Seminars für Jugendliche neue
Schüler auf. Netzwerk-Arbeit Das begeistert auch Hanna Müller vom Diakonischen
Werk, die im Hörder Seniorenbüro im Alten-Netzwerk an den Strippen zieht.
Senioren verbringen gerne Zeit mit Jugendlichen
Ihre Freude über das Engagement ist
deshalb groß, weil Senioren – das zeigt der Alltag – gerne mit Jugendlichen Zeit
verbringen. Und weil nach der Ausbildung zum Seniorenbegleiter im Stadtteil 15
motivierte Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen, die in
Begegnungsstätten und Wohnheimen eingesetzt werden können.
Soziales oder Handwerk Und was sagen die Schülerinnen und Schüler selbst? Bei
Florian (15) steht die Berufswahl im Vorderung: „Ich weiß noch nicht genau, ob
ich einen Sozialberuf erlerne oder ins Handwerk gehen möchte.“ Lisa (16) ist
neugierig darauf, wie Senioren reagieren, wenn Jugendliche sich mit ihnen
beschäftigen.
Gedanken an die eigenen Eltern
Moe (15) will definitiv einen sozialen
Beruf erlernen und freut sich darauf, spezielle Kommunikations-Strategien
zwischen ihrer Altersklasse und Senioren zu entwickeln. Und dann war da noch
Clara (Foto). Die 15-Jährige möchte lernen, wie sie mit alten Menschen umgehen
kann. „Meine Eltern sind auch nicht mehr ganz so jung“, sagt sie über ihre
Mutter (55) und ihren Vater (56).
Das mag jetzt angesichts des tatsächlichen Alters der Eltern amüsant klingen,
aber Clara sagte auch diesen Satz, der sehr präzise zeigt, welchen Stellenwert
bei ihr die Familie hat: „Ich möchte später einmal für meine Eltern da sein und
gut mit ihnen umgehen können.“ Wie heißt es so schön? „Nicht für die Schule,
sondern für das Leben lernen wir.“
Von Peter Bandermann