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Schüler helfen Senioren im Alltag
(Ruhr-Nachrichten, 30.11.2011) 


HÖRDE Wie viele Branchen müssen auch die Arbeitgeber in Pflegeberufen um Nachwuchs werben. Die Marie-Reinders-Realschule, das Seniorenbüro und die Demezberatung "Lebenswert" versuchen mit Von Peter Bandermann einem Projekt, das Interesse von Schülern für Pflegeberufe zu wecken.
                                                                                                                                                                                   RN-Fotos: Klinke

 

Mit der Marie-Reinders-Realschule, dem Seniorenbüro und der Demenzberatung „Lebenswert“ kooperieren in Hörde drei Institutionen, die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in den Beruf zur Seite stehen und weitere Effekte erzielen. Sie wollen das Interesse an Pflegeberufen wecken, den Dialog zwischen Jungen und Alten fördern; zudem sollen Jugendliche für das Ehrenamt begeistert und ihre sozialen Kompetenzen gefestigt werden.

Mit der 30 Stunden dauernden Ausbildung zu Seniorenbegleitern sollen die 15- und 16-jährigen Jungen und Mädchen Verantwortung übernehmen – bei der Berufswahl und für die Gesellschaft.

 

15 Schüler des Abschlussjahrgangs im Projekt

 

15 Schüler aus Abschlussjahrgang im Projekt Die Realschule an der Hochofenstraße Phönix-Quartier hat Platz für 15 Schüler aus dem aktuellen Abschlussjahrgang in dem Projekt – und damit ein kleines Problem. „Die Nachfrage in der Schule ist groß. Jetzt meckern schon die Neuntklässler“, sagt Schulleiter Jörg Skubinn über den Druck von unten.

Im Frühjahr nimmt die Kommunikationstrainerin und Demenzberaterin Ulrike Klepczynski nach Abschluss des ersten Senioren-Seminars für Jugendliche neue Schüler auf. Netzwerk-Arbeit Das begeistert auch Hanna Müller vom Diakonischen Werk, die im Hörder Seniorenbüro im Alten-Netzwerk an den Strippen zieht.

 

Senioren verbringen gerne Zeit mit Jugendlichen

 

Ihre Freude über das Engagement ist deshalb groß, weil Senioren – das zeigt der Alltag – gerne mit Jugendlichen Zeit verbringen. Und weil nach der Ausbildung zum Seniorenbegleiter im Stadtteil 15 motivierte Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen, die in Begegnungsstätten und Wohnheimen eingesetzt werden können.

Soziales oder Handwerk Und was sagen die Schülerinnen und Schüler selbst? Bei Florian (15) steht die Berufswahl im Vorderung: „Ich weiß noch nicht genau, ob ich einen Sozialberuf erlerne oder ins Handwerk gehen möchte.“ Lisa (16) ist neugierig darauf, wie Senioren reagieren, wenn Jugendliche sich mit ihnen beschäftigen.

 

Gedanken an die eigenen Eltern

 

Moe (15) will definitiv einen sozialen Beruf erlernen und freut sich darauf, spezielle Kommunikations-Strategien zwischen ihrer Altersklasse und Senioren zu entwickeln. Und dann war da noch Clara (Foto). Die 15-Jährige möchte lernen, wie sie mit alten Menschen umgehen kann. „Meine Eltern sind auch nicht mehr ganz so jung“, sagt sie über ihre Mutter (55) und ihren Vater (56).
Das mag jetzt angesichts des tatsächlichen Alters der Eltern amüsant klingen, aber Clara sagte auch diesen Satz, der sehr präzise zeigt, welchen Stellenwert bei ihr die Familie hat: „Ich möchte später einmal für meine Eltern da sein und gut mit ihnen umgehen können.“ Wie heißt es so schön? „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“

                                                                                                                                                                          Von Peter Bandermann

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