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Marie Reinders (27. Februar 1867 - 21. März 1911) |
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Teil 2: Ziele der neuen Mädchen-Mittelschule |
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Vor diesem gesellschaftspolitischen Hintergrund sind die Person Marie Reinders und ihre Lebensleistung ganz besonders zu würdigen. In einer Zeit, in der sie nicht auf männliche Hilfe bei der Umsetzung ihrer Vision einer fundierten höheren Mädchenbildung zählen konnte, verkündete sie selbstbewusst, dass die Verschiedenheit der Lebenskreise und Lebensaufgaben nicht nur die Bildung aller Mädchen erzwinge, sondern auch eine Verschiedenheit der Bildungsanstalten erfordere. Und nicht nur das! Die von ihr gegründete Mittelschule sollte begabten und auch mittellosen Mädchen der Bürgerschaft eine für ihren Lebenskreis passende, gründliche und in sich abgeschlossene Bildung geben, die weit über das der Volksschule damals zugestandene und auf sehr niedrigem Niveau verharrende Maß hinausging, und ihren Schülerinnen ermöglichen, sich in Berufskreisen selbständig und ohne Erlaubnis von irgendwem bewegen zu können und finanziell unabhängig zu sein. Sprach's und eröffnete am 29. April 1901 unter Einsatz ihres gesamten Privatvermögens zunächst mit zwölf und nach einem Jahr bereits 60 Schülerinnen die erste Mädchen-Mittelschule Westfalens. Den daraufhin einsetzenden Siegeszug ihrer Schule - im Jahre 1924 wurden 1400 Schülerinnen in mehreren, über das gesamte Dortmunder Stadtgebiet verteilten Schulgebäuden in jeweils allgemeinbildenden, hauswirtschaftlich-gewerblichen und Handelsklassen unterrichtet - und die nach einem Jahrzehnt im ganzen Land einsetzende Gründungseuphorie neuer Mittelschulen für begabte Mädchen hat Marie Reinders nicht mehr erleben können. Sie starb völlig verarmt am 21. März 1911 kurz nach ihrem 40. Geburtstag und wurde auf dem Ostenfriedhof in der Grabstätte ihrer Eltern beigesetzt. |