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Dortmund - Hörde

ein Stadtteil im Wandel

Teil 2: Der Stadtteil wird umgebaut

Die Schule liegt im Stadtteil Hörde, dem einwohnerstärksten Stadtbezirk Dortmunds, geprägt vor allem durch das ehemalige Hüttenwerk Hoesch, lange Zeit ein privilegierter Stadtteil, in dem Geld verdient und Geld ausgegeben wurde. Doch die über hundertjährige einseitige Ausrichtung auf die Hüttenindustrie, die Krise der Stahlindustrie und der damit zwangsläufig verbundene Abbau tausender Arbeitsplätze stellte Hörde im vergangenen Jahrzehnt vor Probleme gewaltigen Ausmaßes, die sich in allen Bereichen städtischen Lebens in diesem Vorort bemerkbar machten und große Teile der Bevölkerung berührten. Das Ende der Eisenerzeugung 1998 und die endgültige Schließung des Stahlwerks im Jahr 2001 markierten das Aus der Großindustrie in Hörde, so dass eine überdurchschnittlich steigende Anzahl von Arbeitslosen danach zum Alltag der hier lebenden Erwachsenen und Jugendlichen gehörten.

Vordringlichste Aufgabe aller für die Stadt Dortmund und den Standort Hörde verantwortlichen Entscheidungsträger war es deshalb, Visionen für einen ganzen Stadtteil zu entwerfen und den Menschen vor Ort Perspektiven aufzuzeigen, die Mut auf eine gute Zukunft machen und Lust auf ein anspruchsvolles Leben und Wohnen in Hörde wecken.

Einige dieser Ideen sind bereits erfolgreich umgesetzt. So hat sich die Medienbranche im neuen Stift-Forum und der restaurierten Hörder Burg niedergelassen und eine Vielfalt von interessanten Arbeitsplätzen für Film- und Fernsehleute geschaffen. Dortmund selbst ist auf dem Weg zu einem neuen wirtschaftlichen Profil als Standort für Zukunftstechnologie und fördert die Ansiedlung und das Wachstum von Betrieben der so genannten 'New Economy'. Diese Veränderung wird vor allem auf der ehemaligen Fläche von Phönix-West, also in unmittelbarer Nähe zu unserer Schule, stattfinden und hat bereits ihren Anfang gefunden mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der mst-factory. Im Zuge dieser Umstrukturierung sollen dort in den nächsten Jahren bis zu 10.000 Arbeitsplätze in den Branchen New Economy / Informationstechnologien / Mikrosystemtechnik geschaffen werden

Man kann zweifellos davon ausgehen, dass diese Arbeitsplätze höhere Bildungsprofile erfordern, aber auch höhere Einkommensstrukturen und damit höhere Kaufkraft mit sich bringen, so dass daraus auch steigende Ansprüche an Bildungs-, Dienstleistungs- und Freizeitangebote abgeleitet werden können.

In diesem Zusammenhang sind die Planungen bereits abgeschlossen, mit großer finanzieller Unterstützung der Europäischen Union die Brachfläche Phönix-Ost im Jahr 2007 zu fluten und zu einem Standort für hochwertiges Wohnen und freizeitorientiertes Leben zu entwickeln. Städtebaulich bedeutet dies kein Unterzentrum innerhalb des Stadtbezirks, sondern eine Erweiterung des bestehenden Mittelzentrums Hörde, das eine neue Belebung erfahren wird.

Was aber bedeutet diese enorme städtebauliche Herausforderung für eine Schule, die genau zwischen Phönix-West und Phönix-Ost liegt und diese beiden herausragenden Landmarken des neuen Hörde verbinden wird?

Der Anfang ist gemacht. Die Schule stellt mit ihren nun fertig gestellten, architektonisch ansprechenden Gebäuden, ihrer hervorragenden Ausstattung und den kindgerechten Spielflächen einen Lichtblick in der Hochofenstraße dar und erhält große Wertschätzung durch die Bevölkerung über die Grenzen Hördes hinaus. Sie ist für die hier und anderswo lebenden Menschen ein Zeichen des Aufbruchs und der Hoffnung auf einen bald wieder pulsierenden, lebens- und liebenswerten Stadtteil.

Dass die Arbeiten auf unserem Gelände nun abgeschlossen sind, bedeutet jedoch nicht, vor Ort - also in der Schule selbst - auf dem status quo zu verharren. Es erscheint uns wichtig, über das Ist und das Soll einer 'guten' Schule gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Kindern ins Gespräch zu kommen, Gutes zu erkennen und Erprobtes zu pflegen, Überholtes zu streichen und offen zu sein für Neues, ohne sich im Allgemeinen zu verlieren.

In einigen Jahren wird Hörde nicht mehr dasselbe Hörde sein wie heute. Es wird - so unsere Hoffnung - weniger Armut und mehr Arbeit, weniger Perspektivlosigkeit und mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander geben. Auch die Schule - unsere Schule - muss sich dieser Herausforderung stellen, die Welt in die Schule holen und bei dem Wunsch eines ganzen Stadtteils nach Veränderung 'Windmühlen bauen und keine Mauern'.

Marie Reinders hat vor über einhundert Jahren ihr ganzes Hab und Gut eingesetzt, um eine qualifizierte Teilhabe der Mädchen an den damaligen Bildungsangeboten zu erstreiten. Für uns, die wir an dieser Schule auch heute noch ihren Ideen verpflichtet sind, bedeutet es, alles dafür zu tun, den uns anvertrauten Jugendlichen durch qualifiziertes Unterrichten die Teilhabe am neuen Hörde zu gewährleisten.

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